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LESUNGEN AM SAMSTAG

OLIVER POLAK
Es gibt einen Witz von Robin Williams, da erzählt er, dass er in einer deutschen Fersehsendung mal gefragt wurde, weshalb es in Deutschland nicht so viel Comedy gebe, und er habe da gesagt: "Glaubt ihr, dass es daran liegt, dass ihr alle witzigen Leute umgebracht habt?" In Oliver Polaks Twitter-Bio steht nun: Germany's Only Living Jewish Comedian. Und: Comedy is simply what he does, he explains, what he knows how to do. Der zweite Satz, darauf wird hingewiesen, ist ein Zitat aus dem "Spiegel", der Satz wurde also erst ins Englische übersetzt. Oliver Polaks Stand-Up ist auf deutsch, seine Bücher auch, seine Tweets ebenso. Eine mögliche Erklärung für die englische Sprache ist, dass die Tradition, in der Polak sich bewegt, eben dezidiert keine deutsche ist. Mit den üblichen Verdächtigen des deutschen Privatfernsehens, dieser Horde an nach unten tretenden Männern, die nicht verstehen, dass es bei Comedy darum geht, sich selbst zur Zielscheibe zu machen, mit denen hat Polak nicht viel zu tun. Seine Tradition ist die amerikanische; Stand-Up-Comedy als Kunstform, in der ernste gesellschaftliche und philosophische Fragen verhandelt werden; Transgression, Existenzialismus, Geschmacklosigkeiten, aber nicht nur und nicht als Selbstzweck. Polaks erstes Buch erschien 2008 und heißt "Ich bin Jude, ich darf das"; das zweite Buch, "Der jüdische Patient" von 2014, behandelt seinen Psychiatrie-Aufenthalt. Polak schont niemanden - sich selbst auch nicht, und das ist der Punkt.

THORSTEN NAGELSCHMIDT
Thorsten Nagelschmidt nannte sich Nagel, eine Zeit lang; es war ein "Kampfname", sagte er mal. Früher war er Sänger und Gitarrist bei der Rockband Muff Potter und Herausgeber des Punkrock-Fanzines Wasted Paper. Ein Literaturagent, der seine Texte für das Fanzine schätzte, trat an einem Punkt an ihn heran und schlug vor, er solle doch mal ein Buch schreiben. Im Jahr 2007 veröffentlichte er sein Debüt "Wo die wilden Maden graben". Als er in einem Interview gefragt wurde, wo die wilden Maden denn graben, zeigte er auf seinen Kopf und sagte "Immer hier, immer hier". 2010 erschien im Heyne Verlag das zweite Buch "Was kostet die Welt". "Ich war nie die Frontsau", sagte er mal. "Ich war auch nie der Klassenclown. Ich habe mich auch bei Muff Potter sehr schwer getan mit dieser Frontmann-Rolle. Wenn auf Festivals die Sänger der anderen Bands mit ,Seid ihr alle gut drauf?' anfingen... Ich hatte da nie Bock drauf." Als er dann anfing, Lesungen zu geben, stellte er zum ersten Mal fest, dass es ihm ja doch möglich war, ein Publikum auf eine "nicht dumme" Art zu unterhalten. Mittlerweile veranstaltet er in einer Berliner Bar jede Woche eine, nach eigenen Angaben, "Lese- und Labershow" mit dem Namen Nagel mit Köpfen. Im Februar erscheint sein dritter Roman: "Der Abfall der Herzen" ist ein Buch über den Sommer 1999, das Ende eines Jahrhunderts, eines Jahrtausends und wohl auch einer Jugend; ein Buch über Liebe, Freundschaft und Verrat. Seid ihr alle gut drauf?

TIMO BLUNCK
Timo Blunck begann im Alter von neun Jahren, das war im Jahr 1971, mit dem Querflöten-Unterricht bei Manfred Trojahn. Zehn Jahre später, als die Neue Deutsche Welle noch gut war, wurde er Bassist bei Palais Schaumburg. Er veröffentlichte mit Detlef Diederichsen als Die Zimmermänner das Album "1001 Wege Sex zu machen ohne daran Spaß zu haben". Später gründete er eine Produktionsfirma für Kino-, Fernseh- und Werbefilme und verdiente eine Menge Geld. Dieses Jahr hat er alles aufgeschrieben, was passiert ist. Sein lustiges Buch, ein autobiografischer Roman, trägt den Titel "Hatten wir nicht mal Sex in den Achtzigern?" Eine Nahtoderfahrung löste das Erinnern und das Schreiben aus. Auf die Frage eines Spiegel Online-Journalisten, die den Musealisierungsprozess von ehemals aufmüpfigen Ausdrucksformen wie Punk und Neuer Deutscher Welle thematisierte, antwortete Blunck: "Ich habe kein Problem damit, im Museum zu landen. Picasso hängt auch im Museum."

DIE ROLLING STONE TALK-RUNDE

Same procedure as every year: Besucher fragen, die ROLLING-STONE-Redaktion antwortet (so gut es geht). Der Plausch und Austausch mit Maik Brüggemeyer, Birgit Fuß, Max Gösche, Sassan Niasseri, Arne Willander und Sebastian Zabel.

PLATTEN- UND DVD-BöRSE

In der Galeria sind wieder zahlreiche Verkaufsstände aufgebaut, die Schallplatten, CDs, DVDs, T-Shirts und Memorabilia bereithalten. Ebenfalls in der Galeria: Restaurants, Cafe und Imbiss-Stuben und die Raucher-Lounge mit Alkoholausschank.

 



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